Sascha Pohflepp, Recursion (Still), 2016. HD-Video, 2:00 Min. Performance von Erika Ostrander. Courtesy der Künstler

[ˈhjuːmən]

17. NOVEMBER 2018 - 20. JANUAR 2019

ERÖFFNUNG: 16. November, 19 Uhr

Der Mensch gilt als bisher einziges Lebewesen, das in der Lage ist, sich selbst und seine Umwelt zu reflektieren, er besitzt also ein Bewusstsein. Aktuelle Studien deuten allerdings darauf hin, dass künstlichen Intelligenzen bereits innerhalb der nächsten 50 Jahre zu einem ebenso lernfähigen und autonomen Bewusstsein verholfen werden könnte. Was als mechanisches Hilfsmittel zur Überwindung menschlicher Schwachstellen entwickelt wurde, könnte also schon bald den noch höher entwickelten, optimierten Menschen repräsentieren und diesen auf die Kehrseite seines Menschseins zurückwerfen: seine Leidensfähigkeit durch körperliche Versehrbarkeit und moralisches Urteilsvermögen.
Die internationale Gruppenausstellung [ˈhjuːmən] wagt also einen spekulativen Blick auf die Gattung Mensch, wenn Eigenschaften wie Verletzbarkeit, Unvollkommenheit oder Emotionalität plötzlich zu deren wichtigsten Alleinstellungsmerkmalen werden. Als begehbares Environment aus Videoarbeiten, räumlichen Interventionen und Performances hinterfragt und spiegelt sie unser menschliches Selbstverständnis. Sie fordert dazu auf, den Blickwinkel eines künstlichen Gegenübers einzunehmen und damit eigene moralische, definitorische oder ästhetische Grenzen auszuloten.