Jacob Kirkegaard, »Labyrinthitis« (2007), 16-channel composition / sound installation, 40-minutes, Commissioned by and first performed at the Medical Museion, Copenhagen, Denmark. Limited release of the composition on Touch (2008)

JAMES WEBB
24. MAI - 18. JUNI 2017

Die Soundinstallationen von James Webb berühren politische, soziale und emotionale Themen mit subtiler Direktheit. Der südafrikanische Künstler bespielt beispielsweise einen Raum mit Gebeten aller Religionen in der Stadt, um ein bewegliches Archiv gegenwärtiger, multireligiöser Gebetspraktiken zu schaffen (Prayer, seit 2000, fortlaufend), oder versteckt Lautsprecher in heimischen Baumarten, um nahezu unbemerkt die Lieder exotischer Vögel in den öffentlichen Raum einzuschleichen (There’s No Place Called Home, seit 2005, fortlaufend). Dafür verwendet er inhalts- und assoziationsgeladene Geräusche, mit denen er mittels tonaler und rhythmischer Wiederholungen, Steigerungen und Verdichtung Glaubensfragen und Kommunikationsstrategien auf die Probe stellt. In seinen Arbeiten setzt Webb eine Vielzahl an Medien ein, die auch Radio-Übertragungen, live Performances oder ortsspezifische Interventionen ermöglichen. Dabei bezieht er sich sowohl auf Aspekte konzeptualistischer und minimalistischer Traditionen, als auch auf seine Studienfächer Kommunikation, Theaterwissenschaften und Vergleichende Religionswissenschaften.

James Webb, 1975 in Kimberley (ZAF)geboren, war in den letzten Jahren mit seinen Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen und Institutionen vertreten, darunter die 9. Biennale für zeitgenössische Kunst in Lyon (F, 2007), die 55. Biennale in Venedig (I, 2015), die 12. Biennale von Habana (Cub, 2015) und aktuell die 13. Sharjah Biennale (ARE, 2016-17). Zuletzt waren Einzelausstellungen im Yorkshire Skulpturen Park in Wakefield, in der Galerie Imane Farès in Paris und bei Blank Projects in Kapstadt (alle 2016) zu sehen.

James Webb, Untitled (with the sound of its own making), 2016, Mehrkanal-Soundinstallation, Ausstellungsansicht Blank Projects, Kapstadt, Foto: Kyle Morland, Courtesy der Künstler, Blank Projects und Galerie Imane Farès, Paris

WYHIWYG

29. APRIL - 16. Juli 2017

Die Ausstellungsreihe WYHIWYG widmet sich den Möglichkeiten der Produktion und Rezeption von Sound. Gemäß dem Akronym und Motto »What You Hear Is What You Get« (»Was du hörst, ist was du bekommst«) präsentiert WYHIWYG klangliche Ausdrucksformen in Studioqualität. Der Ausstellungsraum wird zum Resonanzraum für aktuelle Kompositionen elektronischer Musik, dokumentarische Klangaufnahmen und akustische Analysen internationaler Künstler. Die Basis dafür bildet ein auf die Architektur angepasstes, modulares Soundsystem. Künstlergespräche vertiefen die in vierwöchigem Rhythmus wechselnden Beiträge.

THOMAS KÖNER
29. APRIL - 21. MAI 2017

Zahlreiche Musikprojekte des Live-Performers, Komponisten und Produzenten Thomas Köner entstehen auf Reisen. Auf der ganzen Welt zeichnet er ortsspezifische Klänge und Geräusche auf, übersetzt sie unter Verwendung elektronischer wie analoger Instrumentare in melodische Kompositionen und experimentelle Klangflächen. Dabei bewegen sich seine Klanglandschaften jenseits von Genre-Grenzen. In seinen »begehbaren Partituren« verbinden sich zeitliche und räumliche Gegensätze wie Nähe und Distanz oder Vertrautes und Fremdes zu einem heterofonen Resonanzraum. Köner geht es um die Artikulation einer Hörerfahrung, die außerhalb der Begrifflichkeiten von Musik liegt. Denn nur die Klangfarbe schafft es eine Interaktion zwischen Lautsprecher und dem Bewusstsein des Hörers herzustellen.

Die Sound- und Videoinstallationen von Thomas Köner, 1965 in Bochum geboren, wurden u.a. bei der 5. International Media Art Biennale im Seoul Museum of Art (KOR, 2008), im Centre Pompidou in Paris(F, 2008, 2009), auf der Transmediale in Berlin (2009) und im Museo Nacional de Bellas Artes in Santiago de Chile (CHL, 2010) gezeigt. Seit Beginn der 1990er Jahre hat Köner neben seinen Installationen die Musik zu mehreren Filmen komponiert und zahlreiche Radioproduktionen und Alben veröffentlicht, u.a. als Teil der Band Porter Ricks.

Thomas Köner, Illustration zu »Evakuation«, 2016, Courtesy der Künstler

JACOB KIRKEGAARD
22. JUNI - 16. JULI 2017

Inspiriert von der unbegrenzten Vielfalt akustischer Phänomene zeichnet der dänische Klangkünstler Jacob Kirkegaard vermeintlich verborgene Stimmen und Geräusche aus Natur und Alltag auf. In Kombination mit unterschiedlichen Medien führt er einzelne Soundelemente auf ihre ursprünglichen Herkunftsorte zurück und erschafft damit auditive Porträts dieser Orte. In seinen Klangcollagen überlagert er seine Aufnahmen und transformiert sie zu vielschichtigen Kompositionen, die erzählerische Momente entwickeln. In einer Reihe von Kompositionen und Installationen hat Kirkegaard mit Aufnahmen menschlicher Ohrgeräusche gearbeitet. Damit macht er nicht nur Unhörbares hörbar, sondern verwischt auch die Grenze zwischen Kunstwerk und Rezipient. Der Besucher wird zum aktiven Hörer seiner eigenen Wahrnehmung.

Der 1975 in Dänemark geborene Jacob Kirkegaard hat seine Werke in internationalen Institutionen und auf zahlreichen Festivals gezeigt, u.a. im MoMA in New York (USA, 2013), im Mori Art Museum in Tokio (Japan, 2014), im Louisiana - Museum of Modern Art in Humlebæk (DK, 2016) und im ARoS in Aarhus (DK, 2017).