UMBAURAUM: Des Pudels Kern, noroomgallery

Umbauraum

Kunstvereine haben sich seit jeher für die Präsentation von künstlerischen Positionen und Ausstellungsformaten stark gemacht, die zum jeweiligen Zeitpunkt noch nicht anerkannt waren. Sie bieten Raum, um Unbekanntes zu erproben und sind offen für Experimente. Unter dem Titel »Umbauraum« wird ein solches Experiment im Bielefelder Kunstverein stattfinden: »Umbauraum« versteht sich als Vermittlungs- und Forschungsprojekt zugleich und möchte anregen über das Modell Kunstverein nachzudenken. Für einen Zeitraum von einer Woche wird der Kunstverein den regulären Ausstellungsbetrieb bewusst unterbrechen.

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UMBAURAUM: Des Pudels Kern, noroomgallery

Des Pudels Kern - Galerie ohne Raum

28. OKTOBER – 01. NOVEMBER 2009

Der Bielefelder Kunstverein hat unter dem Titel »Umbauraum« erstmals ein Projekt öffentlich ausgeschrieben, um neue Modelle und Programminhalte eines Kunstvereins zu fördern. Die Fachjury – bestehend aus Florian Waldvogel (Kunstverein Hamburg), Astrid Wege (European Kunsthalle, Köln), Suse Wiegand (FH Bielefeld, Fachbereich Gestaltung) und Thomas Thiel (Bielefelder Kunstverein) – hat sich für das Projekt »Des Pudels Kern« der Galerie ohne Raum / noroomgallery aus Hamburg entschieden, welches vom 28. Oktober bis einschließlich 01. November 2009 im Bielefelder Kunstverein realisiert wird. Insgesamt sind über siebzig Projektvorschläge eingegangen, die eine große regionale, überregionale und internationale Beteiligung nachweisen.

Die Galerie ohne Raum / noroomgallery hat in Hinsicht auf die Kriterien der Projektausschreibung und Umsetzung einen einfachen, schlüssigen und, unter der Vielzahl an Einsendungen, den konzeptuell interessantesten Vorschlag eingereicht. Für den »Umbauraum« hat die Galerie ohne Raum / noroomgallery vorgeschlagen, die Eingangstür des Kunstvereins für den Projektzeitraum mit einem elektronischen Zahlenschloss zu versehen, dessen Code nur den Mitgliedern des Kunstvereins kommuniziert wird. Damit wird der Kunstverein für fünf Tage rund um die Uhr (24 Stunden) offen sein und zur freien Verfügung stehen. Der »Umbauraum« der Galerie ohne Raum / noroomgallery wird zur Arbeitsform, welche die Institution selbst und die Organisationsweise des Bielefelder Kunstvereins in den Mittelpunkt rückt. So sind viele Fragen offen: Gibt es eine Ausstellung oder bleiben die Räume leer? Inwiefern machen die Mitglieder von ihrem exklusiven Nutzungsrecht Gebrauch? Was wird passieren? Das Nachdenken über die Funktion des Projektes und die aktive Nutzung des Kunstvereins kann ab dem 28. Oktober beginnen.

Die Galerie ohne Raum / noroomgallery wurde als künstlerisches Projekt 1997 von Jan Holtmann in Hamburg gegründet. Das Hamburger Projekt hat sich in dieser Zeit zur Aufgabe gemacht, neue Präsentationsformen im Bereich von Ausstellungen zu entwickeln. Der Name des nicht kommerziellen Projektes ist zugleich ihr Programm, so heißt es in ihrem Manifest unter anderem: »Die noroomgallery produziert keine Inhalte, sondern Zeigeformen und Vergleichsräume, kein was sondern wie« oder »in der Architektur der noroomgallery sind noch Plätze frei«.

Webseite: www.noroomgallery.com